IMPLANTAT- UND GEWEBEINFEKTIONEN

Hintergrund und Behandlung

Implantat- und Gewebeinfektionen stellen einen großen Risikofaktor bei der Heilung nach Operationen oder Traumata dar und können den Genesungsprozess erheblich beeinflussen bzw. verzögern.

Dies hat oft auch Einfluß auf die Morbidität und Mortalität des Patienten und verursacht weltweit enorme Kosten für das Gesundheitswesen.

Die größten Herausforderungen liegen hier erstens in der Dauer der Pathogen-Identifikation und darin, dass die empirische Behandlung meist beginnt, bevor die Laborergebnisse verfügbar sind, und zweitens in der zunehmenden Antitbiotikaresistenz von Bakterien in der klinischen Umgebung.

Um die Behandlungsqualität bei Implantat- und Gewebeinfektionen grundsätzlich zu verbessern ist eine frühzeitige und zuverlässige Identifikation der verursachenden Pathogene ebenso erforderlich, wie eine adäquate antimikrobielle Therapie.

Frühzeitige Erkennung einer Biofilmbildung

Bakterien kommen nicht nur in planktronischer Form im Blut und anderen Körperflüssigkeiten vor, sondern vermehren sich auch auf Oberflächen und bilden dort einen sogenannten Biofilm, dessen klinische Bedeutung oft unterschätzt wird. Typische Biofilm-bildende Pathogene sind:

  • Propionibacterium acnes
  • Staphylococci
  • Pseudomonas spp.
  • Candida spp.

Diese Infektionen sind wesentlich resistenter gegen eine Antibiose und können sich leicht in ein chronisches Stadium entwickeln. Insbesondere beim Einsatz von Kathetern, künstlichen Herzklappen und Prothesen kann eine Biofilmbildung auftreten, die sehr schwer zu behandeln ist. Hier ist eine frühzeitige Erkennung und zuverlässige Analyse die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.

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