ANTIBIOTIKARESISTENZEN SIND EINE GLOBALE HERAUSFORDERUNG

Hintergrundinformationen

Die Errungenschaften der modernen Medizin werden durch das zunehmende Auftreten von Krankheitserregern, die gegen einzelne oder sogar mehrere Antibiotikaklassen Resistenzen aufweisen, bedroht (Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2014). 

Die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika hat sich weltweit zu einem gravierenden Problem der öffentlichen Gesundheit entwickelt, da dadurch die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten zunehmend erschwert wird. Jedes Jahr stecken sich in Europa rund 400 000 Menschen mit multiresistenten Keimen an, 25 000 sterben. Die Verbreitung von resistenten Bakterien bedroht Patienten in Krankenhäusern und stellt einen erheblichen Risikofaktor dar, da die Morbidität, Mortalität und die Klinikaufenthaltsdauer deutlich steigen. 

Anfangs standen in Mitteleuropa vor allem Gram-positive Infektionserreger wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) im Vordergrund. Seit einigen Jahren rücken zunehmend auch Gram-negative Infektionserreger in den Blickpunkt. Besonders bedrohlich sind dabei Infektionen mit ESBL (extended-spectrum-ß-lactamase) bildenden Enterobacteriaceae (Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae u. a.), Carbapenemase-bildenden Pseudomonas spp. sowie nahezu völlig resistenten Acinetobacter baumannii

Zahlreiche Studien konnten belegen, dass die gängigen empirischen Antibiotikatherapien hier versagen können. Die wachsende Verbreitung von resistenten Erregern in Europa bedeutet auch einen Kostenanstieg im Gesundheitswesen durch Verlängerung von Krankenhausliegezeiten, aufwändigere Behandlungen und umfangreichere Hygienemaßnahmen in den betroffenen Krankenhäusern.